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KAMELOW

KAMELOW  Ludolf Hellwig 1941

Ludolf Hellwig

kamelow kêb³owo

DER BREITE STEIN

BAUERNHÖFE IN KAMELOW 1939:

HERMANN BOCK 780 ha.

ALBERT HASENPUSCH 124 ha.

RUDOLF HELLWIG 170 ha.

WILHELM HELLWIG 170 ha.

WERNER PELZ  193 ha

ERNST RÜCKWARDT  134 ha.

ARTUR SIELAFF 165 ha.

  Geschichte bis 1911

Camelow, Landgemeinde mit 276 Einwohnern im Amtsbezirke Neuendorf. Obgleich dieser Ort in dem Stadtprivileg van Lauenburg im Jahre 1341 nicht erwähnt wird, unterliegt es doch kaum einem Zweifel, dass die Feldmark dieses Ortes in den der Stadt überwiesenen Ländereien mit eingeschlossen gewesen oder mindestens bald nach ihrer Privilegierung als zinsbares Dorf überwiesen ist. Dieses beweist in erster Reihe die Einteilung dieses Dorfes nicht nach Hufen, sondern nach Gärten oder Bürgerlosen. Im Bischofsdezem vom Jahre 1402 heißt es: Kambelow*) seyn 30 Garten und geben von itzlic Gartenec. - Bei der Landesaufnahme vom Jahre 1437 sind aus den 30, 60 Gärten geworden. Es wird als deutsches Bauerndorf bezeichnet mit 60 Gärten, von jedem Garten zinst es 5 Skot und 3 Mark von Obermose (Uebermaß) in Summa 15 1/2 Mark. Im Treßlerbuche des Deutschen Ordens wird einmal erwähnt : "2 Mark Swanke der Jungfrau von Camelnow", doch ist es zweifelhaft, worauf sich diese Notiz bezieht ( Chmielno ?) Im Jahre 1455 wurde Lauenburg dem Herzoge Erich dem Zweiten von Pommern zu treuer Hand und Verwahrung übergeben mit der Bedingung, daß die Dörfer Neuendorf, Camelow und Lubonieße ( Luggewiese) sowie die Walkmühle hiervon ausgenommen und der Stadt laut der ihnen von den polnischen Königen gegebenen Privilegien reserviert bleibe (Klempin, die Städte Pommerns S. 248). In der Erneuerung des Stadtprivilegs vom
11. Mai 1507 durch Herzog Boleslaus den Zehnten nach dem Brande heißt es: ‚' Wy voregen en ock dath Dorp Kamelow mit siner Zobehörunge, wo idt von olders her in synen Scheiden und Grenzen gelegen; den Walt, die Zech genannt, scholen se ock hebben to der Stadt gebruck - uthgenommen de Jacht". So blieb Camelow ein Kämmereidorf bis in die neueste Zeit.
In einer Aufnahme vom Jahre 1638 im Lauenburger Kirchenarchiv befindlich, heißt es, dass 2 Dörfer, Camelow und (das inzwischen von der Stadt angekaufte) Mailschütz zum Unterhalte der Stadt dienen sollten, vigore antiquorum privilegiorum. Malischütz habe 17 Hakenhufen und Camelow 60 Gärten. Im Jahre 1658 - nach einem Berichte in der evangelischen Kirche zu Lauenburg heißt es : "Im gleichen sind bei dieser Stadt zwei Dörfer als Camelow und Malischütz belegen, welche auch in dem Stadtprivileg vom Jahre 1507 und also vom fünften zu fünften (Jahre) bis auf diese unsere Zeit gegeben und belehnet und stets dieselbe quite zu gebrauchen, gegen davon prästireter gebührender Lehnspflicht gelassen und geschützt auch von Höchstgestellter Ihrer Königlichen Majestät zu Pohlen wie auch anjetzo von Sr. Churfürstlichen Durchlaucht zu Brandenburg renovieret und konfirmiert sein. Und grenzet Camelow mit Neuendorf, Küssow, Kattschow und mit dem Stadtfelde". Als Kämmereidorf und Stadteigentum gilt es auch weiter bei Brüggemann und Wuttstrack ( 1793 )‚ doch war mit der Bewirtschaftung eine Aenderung eingetreten. Die bisherigen Bürgerlose, die von 5 zu 5 Jahren erneuert, vermutlich an die Bürger neu verteilt und von die sen teils selbst bewirtschaftet, teils in Pacht gegeben waren, waren zu zinshaften Bauernhöfen zusammengelegt. Nach Brüggemann hatte es 1784 einen Schulzen, 4 Bauern, 3 Büdner, ca. 9 Feuerstellen nebst einigen Eichen, Fichten und Ellernholzungen. Anscheinend haben die Bauern diesen Erbzins um die Mitte des vorigen Jahrhunderts durch einmalige Zahlung abgelöst und sind selbständige Besitzer geworden. Im Jahre 1866 wird unter den Ausgaben und Einnahmen der Stadt nur noch die Ziegelei in Camelow und und die sogen. Wackerscheune erwähnt, die aber an Ausgaben 3434 Taler verlangten und an Einnahmen nur 2227 Taler brachten, mithin einen Zuschuß von 1207 Taler erforderten. In den Kärnmerei Ausgaben der Jahre 1874/75 wird auch dieser Ziegelei nicht mehr gedacht, sie war aufgegeben oder verkauft. Als einzige Erinnerung der einstmaligen Zugehörigkeit zur Stadt Lauenburg ist letzterer nur noch ein Onus, die Instandhaltung der Brücke verblieben.
Die Bewohnerzahl ist nicht erheblich gewachsen. 1875: 233, 1910: 276 Einwohner. Heute sind hier nur zwei größere Bauernhöfe, der von Pokrifke, zugleich Gemeindevorsteher, und Hellwig; aber 2 Gasthöfe (Zessin und Bergander), letzterer freilich in Jägerhof; und hierzu eine Schule.

 

*) Dieses ist die älteste Schreibweise des Ortes. Es klingt deshalb nach Kêtrzyski sehr wahrscheinlich, daß die älteste slavische Form Kêblowo gelautet hat.



 

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