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KARCZMA MAX SCHRÖDER

KOLONIALWRENLADEN UND GASTHAUS MAX SCHRÖDERDWORZEC W ROZ£AZINIE                                              DER BAHNHOF

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VOR DER KIRCHE 

 

 

Die Namen der Bauerngeschlechter vom Jahre 1559

 Roslasin:

Schulz Paul Grus;

Bauern:

1) Jakob Slaneka,

2) Hans Kale,
3) Caspar Grus,

 4) Lorenz Grus,

 5) Woike Cassube,

6) Peter Grus,
7) Matzke Piriko,

8) Bartes Grus,

9) Matthias Prsazenick,

10) Jakob Baes,
11) Peter Dranitze,

 12) Martin Maes,

13) Hans Baes.

Bauernhöfe in Roslasin 1939 :

OTTO MEHRING 58 ha.

FERDINAND PANTEL 26 ha.

EMIL RIß 35 ha.

JOHANNA RIß 35 ha.

OTTO RIß  84 ha.

HERMANN SCHALK  22 ha.

HUGO THIß 33 ha.

MAX WILLE 30 ha.

KARL WITTKOPF 23 ha.

 

Roslasiner Chronik von 1800 - 1945
Roslasin, ein, im Südosten des Kreises gelegenes Bauerndorf mit dem Gut Neu-Roslasin, hatte 1939 859 Einwohner. 1356 als Rosenberg gegründet, wollte die Siedlung nicht recht gedeihen. 1438 erfolgte eine Neugründung von Roslasin - der Name Rosenberg hatte sich nicht durchgesetzt. Der Ort scheint besonders im 16. Jahrhundert eine Blütezeit erlebt zu haben. Ober die Entwicklung im 19. und vor allem im 20. Jahrhundert berichtet der frühere Roslasiner Lehrer F r i t z V ö 1 z
Seit dem 19. Jahrhundert können wir in Roslasin eine stetige Aufwärtsentwicklung beobachten. Eine Schule wird zum ersten Mal am Ende des 18. Jahrhunderts genannt. Das ist für ländliche Verhältnisse sehr früh. Die erste Schule stand in der Nähe des unteren Dorfteichs. Der damals amtierende Lehrer hieß Buhrke. Für seine Tätigkeit als Lehrer erhielt er sehr wenig Bargeld. Seine Entlohnung bestand darin, dass die Gemeinde ihm Acker, freie Wohnung, Brennholz und freie Viehweide zur Verfügung stellte. Außerdem gehörte zur Schule ein Stück vom Moor. Die Eltern, die Kinder zur Schule schickten, mussten nach einem bestimmten Plan Naturalien, Eier, Butter, Hühner, Gänse usw.  liefern. Als diese Schule später zu klein wurde, baute die Gemeinde um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein neues Schulhaus. Aus der bisherigen einklassigen Schule mit einem Lehrer wurde jetzt eine zweiklassige Volksschule mit zwei Lehrern. Zum Schulbezirk gehörte nicht nur die Gemeinde Roslasin, sondern auch die umliegenden Güter Jezow, Neu-Roslasin und Reddestow. Diese Schule brannte 1893 ab. Die neuerbaute Schule war im Jahre 1894 fertig und wurde auf derselben Stelle errichtet.
Auch sonst gab es während des 19. Jahrhunderts mancherlei Veränderungen in Roslasin. 2 Höker, 2 Schmiede, 1 Schneider, 1 Kaufmann, 1 Tischler und ein Stellmacher haben sich im Ort niedergelassen. Von großer Wichtigkeit war es, dass Roslasin in dieser Zeit eine Bäckerei bekam. Eine große Gastwirtschaft gab es schon sehr lange am Ort. Außer Handwerkern und Kaufleuten siedelten sich hier auch freie Arbeiter an. Eine Menge älterer Gebäude wurden durch neue ersetzt.
Ein Streit darf nicht unerwähnt bleiben, der schließlich seinen Abschluss fand:
Die Gemeinde Roslasin verlangte von dem Besitzer von Neu-Roslasin, dem auch das Gut Goddentow gehörte, die Abtretung des Jagdrechts über die Gemeinde. Viele Prozesse waren nötig, bis endlich das Ziel erreicht war.
Schnelle wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung im 20. Jahrhundert
Nach längeren Verhandlungen wurde Roslasin mit der Danziger Chaussee durch eine Kunststraße verbunden. Dadurch hatte man eine feste Straße zur Kreisstadt geschaffen. Die Bauern hatten durch den Verkehrsweg eine recht fühlbare Entlastung beim Transport der zum Verkauf bestimmten Waren. Nach dem 1. Weltkrieg wurde die feste Straße bis Spechtshagen weitergeführt. Die sehr schlecht befahrbaren Landwege waren damit endgültig verschwunden. Ein besonderes Ereignis stellte vor dem ersten Weltkrieg in den Jahren 1903 bis 1905 der Bau der Eisenbahnstrecke Lauenburg/Pom.-Karthaus Westpreußen dar. Zehn Minuten Fußweg waren nötig, um von der Mitte des Dorfes zum Bahnhof zu gelangen. In 20 Minuten konnte man nun per Eisenbahn die Kreisstadt Lauenburg erreichen.
Schon vor dem ersten Weltkrieg sorgten die Roslasiner Bauern für ihre Weiterbildung: Sie gründeten einen landwirtschaftlichen Verein. Auswärtige Fachleute und das Studium der eigenen Felder gaben Anregungen zur Erweiterung der Kenntnisse. Jungbauern wurde der Besuch der Landwirtschaftsschule in Lauenburg empfohlen. Der letzte Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Vereins war der Bauer Hermann Schalk. Er war nicht nur in Roslasin der beste Bauer, sondern zählte zu den besten des ganzen Kreises; sein Hof wurde als Musterwirtschaft angesehen.
Die Roslasiner Bauern erkannten sehr bald, dass sie auf genossenschaftlicher Grundlage durch Selbsthilfe schnell und sicher vorwärts kommen konnten. So entstanden eine Spar- und Darlehnskasse, Zuchtvereine und schließlich eine ganz moderne Genossenschaftsbrennerei. Die Spar- und Darlehnskasse wiederum beschloß die Anschaffung einer größeren Saatreinigungsanlage und mehrerer Kartoffeirodemaschinen. Es muß hier gesagt werden, daß die Gemeinde Roslasin die älteste ländliche Fortbildungsschule für Jungen und die erste Berufsschule für Mädchen im Kreise Lauenburg hatte. Dieser Fortschritt und die wirtschaftliche Aufgeschlossenheit der Roslasiner Landwirte kamen auch den umliegenden Gemeinden zugute.
Der 1. Weltkrieg blieb auf die Entwicklung von Roslasin nicht ohne Einfluß. Nach der ersten Ausfertigung des Versailler Vertrages sollte ein kleiner Landstreifen - 45 Ortschaften - vom Kreise Lauenburg an Polen fallen. In diesem Streifen lag auch Roslasin. Ober ein Jahr lebte die Gemeinde in Unruhe. 1920 fiel endlich die Entscheidung. Der erwähnte Landstreifen blieb deutsch. Diese Tatsache bewog einige Bauern und Arbeiter, aus Roslasin nach dem neuentstandenen Polen abzuwandern. Es war auch eigenartig, daß viele katholische Einwohner in dieser Zeit Roslasin verließen und in andere Orte zogen. So bekam die Gemeinde in konfessioneller Hinsicht ein ganz anderes Bild: Während bis dahin etwa die Hälfte der Einwohner katholisch war, war einige Zeit nach dem 1. Weltkrieg nur 1/4 der Bevölkerung katholisch und 3/4 evangelisch.
Zum Andenken an die 21 Gefallenen des 1. Weltkrieges wurde in der Mitte des Ortes ein Denkmal errichtet. Dieses Denkmal ist nach dem 2. Weltkrieg von den Polen beseitigt worden.
Leider hörte der Eisenbahnbetrieb nach Karthaus in Polen bald auf. Der Zug verkehrte nur noch von Lauenburg über Roslasin bis an die Grenze. Nawitz war Endstation. Die Zollverwaltung richtete bald nach der Grenzfestsetzung in os1asin ein Zoll-Grenzkommissariat ein. Außer dem Zoll- Kommissar wurden noch fünf Zollbeamte in Roslasin stationiert. Die notwendigen Zollhäuser baute man an der südlichen Straßenseite der Chaussee Roslasin-Goddentow am Rande des Dorfes. In den ersten Jahren waren am Ort zwei Kriminalbeamte angestellt. Während des 2. Weltkriegs wurde das Zollkommissariat aufgelöst. Die durch die Versetzung der Beamten zur Verfügung stehenden Wohnungen wurden von der Sozialfürsorge übernommen und frühzeitig arbeitsunfähig gewordenen Bergleuten zur Verfügung gestellt.
Schon vor dem ersten Weltkrieg erhielt Roslasin eine Postagentur. In den meisten Fällen wurde die Bestellung der Postsachen von zwei Postboten besorgt. Der geschlossene Ort Roslasin wurde täglich zweimal und die umliegenden Ortschaften täglich einmal mit den eingehenden Postsachen versorgt. Kurz vor dem 2. Weltkrieg wurde die Postagentur Roslasin dem Selbstwählbetrieb angeschlossen. Die Einrichtung der Postagentur und der ständige, weitere Ausbau war für die Entwicklung von Roslasin von sehr großer Bedeutung.
Bis zum Jahr 1921 war die Schülerzahl in Roslasin derart gestiegen, dass die zweitklassige Volksschule mit zwei Lehrern in eine vierklassige Schule mit 3 Lehrkräften umgewandelt wurde. Zeitweise waren auch 4 Lehrer angestellt. Der notwendige Schulerweiterungsbau fand allerdings erst im Jahre 1929 statt. Im neuen Schulhaus befanden sich drei Klassenzimmer und die Wohnungen für drei Lehrkräfte. Schulhaus und Klassenräume wurden nach dem Modernsten Stand gebaut. Bald nach dem Erweiterungsbau bekam die Schule eine Schulküche, so dass die Mädchen des 8. Schuljahres hauswirtschaftlichen Unterricht erhalten konnten. Die Küche war auch von größter Wichtigkeit für den Unterricht der bereits bestehenden Berufsschule für Mädchen. Schulküchen an Volksschulen auf dem Lande waren damals eine Seltenheit. Ein Schulgarten von 620 qm Größe gehörte ebenfalls zur Schule. Noch während des zweiten Weltkrieges bekam das Schulgrundstück eine Wasserleitung. Die meisten Eltern von Roslasin schickten ihre Kinder bis zur Entlassung in ihre ortseigene Volksschule. Viele Kinder besuchten auch die Ober- schule in Lauenburg. Ein Schülerzug brachte die Kinder hin und zurück. Die Bauern sahen es andererseits sehr gern, wenn ihre Söhne nach der Schulentlassung die Landwirtschaftsschule in Lauenburg besuchten.
Seit 1932 hatte Roslasin auch eine Schwesternstation. Im Jahre 1936 wurde auf dem Schulgrundstück ein Kindergarten errichtet. In Roslasin war der für den Amtsbezirk zuständige Gendarmeriemeister ansässig.
Überblickt man die Entwicklung Roslasins, so muß man zugestehen, dass der Ort trotz schwieriger Verhältnisse in den letzten Jahrzehnten zu einer ansehnlichen Höhe gelangt ist. Diese schnelle Entwicklung war einmal in der Bevölkerung selbst begründet. In erster Linie ist sie aber der Tatkraft und der Umsicht der vier letzten Gemeindevorsteher oder Bürgermeister H. Wittkopp, Knaack, Wolski, 0. Riß und dem Schöffen H. Schalk zu verdanken. Wenn Roslasin bis zur Räumung ein Bauerndorf gewesen ist, so hat sich die Zusammensetzung doch wesentlich geändert. Viele Arbeiter hatten sich am Ort niedergelassen. Mehrere Handwerker, Gewerbetreibende, Angestellte und Beamte konnte man feststellen.
Vernichtende Folgen durch den 2.
Weltkrieg
25 Roslasiner Bürger sind gefallen. 9 Männer gelten bis heute als vermisst; es ist anzunehmen, dass sie nicht mehr am Leben sind.
Ober die Räumung der Gemeinde Roslasin und die erste Zeit nach erfolgter russischer Besetzung liegt ein Bericht des Bauern Hermann Schalk aus Rosiasin, jetzt Jever i. 0., vor:
Das Dorf Roslasin musste in der Nacht vom 8. zum 9. März 1945 geräumt werden. Das Ziel des Trecks sollte Gotenhafen oder Danzig sein. Am Morgen des 9. März 1945 erreichte man Bresin im Kreise Lauenburg/Pom. Die Ortschaft lag zu diesem Zeitpunkt bereits unter Beschuss durch russische Panzer. Einzelne Teile des Trecks kamen am folgenden Tage bis zur Ortschaft Althammer. Durch den Einmarsch russischen Militärs war eine Weiter- fahrt nicht mehr möglich. Die Gespanne wurden beschlagnahmt. Man entschloss sich zur Rückkehr nach Roslasin.
Am Morgen des 9. März 1945 war Roslasin besetzt worden. 14 Personen der Gemeinde sind im Verlauf dieser Vorgänge getötet worden. Die Männer der Ortschaft mussten zur Internierung nach Graudenz und Thorn marschieren; neun Männer starben im Internierungslager.
45 Männer und Frauen sind nach der Besetzung entweder in der Heimat, auf der Flucht oder kurz danach durch Krankheit, Erschöpfung oder infolge der im Zusammenhang mit dem Verlassen der Heimat stehenden Verhältnisse gestorben.
Ein Teil der Bevölkerung wurde durch das deutsche Militär nach Gotenhafen gebracht, wodurch die Möglichkeit bestand, per Schiff nach Vorpommern und Dänemark zu gelangen.
Im Spätsommer 1945 verließen die russischen Truppen dieses Gebiet. Die Polen übernahmen die Verwaltung. In der ersten Zeit der Besetzung haben der katholische Geistliche Pfarrer Lenz und seine Schwester besondere Hilfsbereitschaft gezeigt.
In Roslasin befindet sich nur noch eine einzige deutsche Familie. 13 andere Familien haben die polnische Staatsbürgerschaft angenommen. Nach jüngsten Berichten von Ausgewiesenen soll Roslasin ein trauriges Bild bieten: Vorhanden gewesene Gehöfte sollen nicht mehr eindeutig zu finden sein. Ein großer Teil des Ackerlandes soll nicht mehr bestellt werden, da man nur die besten Böden nutzt.

DIE GESCHICHTE DES DORFES BIS 1912

 

Roslasin, eine Landgemeinde mit 493 Einwohnern und ein Gutsbezirk Neu Roslasin von 647 Hektarmit 106 Einwohnern im Amtsbezirke Roslasin. Der Deutsche Ritterorden versuchte bei seiner ersten Privilegierung des Ortes vom 6. Juli 1356 ihm den germanisierten Namen Rosenberg beizulegen, hatte aber hiermit ebenso wenig Glück, wie mit der Ansiedlung überhaupt. Der Danziger Komthur Sweder von Vollandt gab es aus zu deutschen, kulmischem Rechte. Die ehrbaren Leute, welche das Schulzenamt erhielten, waren Richard und Sulke, welchen die 10. Hufe zufallen sollte, d.h. 5 Hufen, da das Dorf auf 50 Hufen begründet war. Auch das Kirchensystem wird hierbei fest begründet mit 4 Hufen, die zum Wedem hergegeben wurden. Es waren die Grenzen des Dorfes folgendermaßen bestimmt : Nafcz (Nawitz) Reddestow, Damerkow, Willestow (Velstow), Bosepol und Jesow, alles Ortschaften, welche noch heute das Dorf kreisförmig umschließen .Wie wenig das Dorf prosperierte, erfahren wir zuerst aus einem Berichte etwa aus dem Jahre 1400, wonach es statt der angekündigten 50 Hufen deren nur 41 hatte, dann aus der Visitation vom Jahre 1437,worin es heißt, dass Roslasin ein deutsches Bauerndorf mit nur 12 Hufen sei, von denen jede 13 Skot zinsen solle, und auch von diesen genossen 10 einstweilen noch Zinsfreiheit; erst nach und nach sollten sie zum vollen vorgeschriebenen Zinse herangezogen werden. Dieser Niedergang des Dorfes, der von der Landesherrschaft ebenso wie von der Bevölkerung empfunden und zugegeben wurde, führte im Jahre 1438 zu einer 2. Handveste. Die Bewohner selbst hatten den Grund des Misserfolges darin gesucht, dass das Dorf zu Hufen statt zu Hoken ausgegeben sei, oder mit anderen Worten, dass die Bauern bei dem leichten Boden mit dem kleineren Ackerquantum nicht auskommen könnten, sonder das Doppelte haben müssten (ein Hake  2 Hufen). Der Wortlaut der Urkunde: „das vor uns gekommen seien die Einwohner des Dorffes Roslasin und haben uns vorgelegt, wie das Dorf von Tage zu Tage abnimmt und vortirbet, deshalb das es zu Huben ist usgegeben“ ec. So entschloss sich denn der Orden alles auf Haken zu veranlagen, das Dorf bestand aus 25 Hoken, der Schulze erhielt 2 1/2 Haken, die Kirche erhielt 2 Hoken. Auch heißt es darin: „Wege und Stege welle wir ober das selbe Gut legen wo es uns und dem Lande bequem ist“. (Erst in neuester Zeit ist es an den Bahngürtel angeschlossen.) Vgl. Danziger Komthureibuch Nr. 154 und 174). Zufolge einer Notiz vom Jahre 1425 (Danziger Komthureibuch Nr.118) war Roslasin nebst Kantrzin, Bresen, Pusitz und Reckow zum Heuschiage verpflichtet gegen einen bestimmten Lohn. Die nächste Nachricht über den Bestand des Dorfes erhalten wir aus dem Jahre 1628, wonach Roslasin unter den Dörfern des fürstlichen Amtes Lauenburg mit nur 23 1/2 Hufen, einem Müller und einem Kretzem aufgeführt wird (Kiempin und Kratz Seite 291). Eine genauere Beschreibung bringt uns das Jahr 1658 und die damit verbundene Landesaufnahme. Man unterschied schon damals das Ackerhöfchen Rosiasin und das Bauerndorf. Letzteres soll hier in einer zurückliegenden Zeit eine größere Anzahl von Bauern gehabt haben. Es scheint eine Blütezeit etwa im 16.Jahrhundert erlebt zu haben, denn anstatt der früheren 14 Bauern seien gegenwärtig derer nur 8, die auch bei Namen aufgeführt werden (Rosoffke 1 und 2, Krus 1 und 2, Kleber 1 und 2, Kasub und Naatz). Es bestand (wie 1628) nur aus 23 1/2 Hufen, von denen der Schulze 2 1/2 frei hatte. Das Schulzenamt aber war zu dem oben genannten Ackerhöfchen umgewandelt und diesem Höfchen, dem heutigen Gutsbezirke, sei noch ein herrenloser Bauernhof mit 1 1/2 Hufen zugelegt worden. Weiter heißt es, dass 4 Bauernhöfe a 2 l/2HufenkeinenPächterfänden, und dass nur 12 Hufen mit Bauern besetzt seien. Der Müller gab Scharwerksgeld und als Mühlenpacht 29 Scheffel Roggen. Zum Dorfe gehörten noch ein kleiner Wald, der Rötzkow, der aber um eben diese Zeit schon stark abgeholzt war. Das Ackerhöfchen Rosiasin bestand aus 4 Gebäuden, war in der Verwaltung des Starosten, befand sich aber wirtschaftlich in einem ganz desolaten Zustande. Vieh und Mest waren nicht vorhanden, ebenso wenig Heuschlag. Die Aussaat betrug 60 Scheffel Gerste, 36 Scheffel Hafer und 5 Scheffel Buchweizen. (N8. Man rechnete damals gerne nach Drömpt  12 Scheffel)
Aber auch dieser Anschlag blieb hinter der Wirklichkeit erheblich zurück, denn es waren im Jahre 1658 nur 50 Scheffel Gerste als Winterkorn und 24 Scheffel Hafer ausgesägt worden. Aus der statistischen Darstellung des Jahres 1784 gewinnen wir folgendes Bild: Das Dorf in einer bergigen Gegend bestand aus einem ritterfreien Vorwerke von 536 Morgen, 43 Ruten, zu welchem die Bauern des Dorfes nur gewisse Hilfsdienste zu leisten hatten, während ein Kossäte das ganze Jahr hindurch wöchentlich 5 Tage am Vorwerke scharwerken musste. Im Dorfe wohnten 8 Bauern, ein Freikrüger, 2 Kossäten, 2 Büdner - in königlichen Häusern. Die Mühle hatte nur die Bewohner des Dorfes zu Zwangsmahlgästen. Von 566 Bewohnern im Jahre 1885 auf 498 im Jahre 1906. Gemeindevorsteher Wittkopp ist nur Eigentümer, Hofbesitzer sind: Knack, Mehrig,  Riß, Mielke, von Mach. An der Schule wirken zwei Lehrer; zwei Krugwirte befinden sich ebendaselbst. Das Gut Roslasin (auch Neu Rosiasin genannt), ehemals fiskalisch, hatte 1833 noch zu Besitzer den Rentnermeister Schubert, 1835 von Below, 1858 Theophil von Somnitz, seit April 1893 Hermann von Somnitz. Es ist laut Verfügung vom Jahre 1862 21. Mai ein kreistagsfähiges Gut.
Das Kirchensystem in Rosiasin liegt weit zurück. Ob es erst im Januar 1356 eingerichtet worden oder schon früher bestanden hat, lässt sich aus der üblichen Formel schwer erkennen, jedenfalls aber gehörte die Kirche zum Bistume Kammin in Pommern und wird deshalb auch vor der Reformation hierorts, d.h. unter den Kirchen des Bistumes Leslau nicht genannt. Dass die Kirche weiter bestanden, geht aus einem im Jahre 1414 uns erhaltenen Friedegebote zwischen dem dortigen Pfarrer und dessen Bruder hervor (Kopenhagener Wachs tafeln Nr. 28) . Bei Erneuerung der Roslasiner Handfeste wird auch der Wedem auf 2 freie Hoken (4 kulmische Hufen) bemessen. Über Roslasin breitete sich die Reformation sehr frühe aus, denn schon 1571 wurde die Gemeinde vom General = Superintendenten Stümelin besichtigt, wobei die Parochianen einen starken Verweis erhalten wegen Bowerei, Hurerei, Zauberei und anderer Ausschreitungen. Wenn alle Ermahnungen von der Kanzel und privatem nichts fruchteten, sollten die Namen der Unbußfertigen dem General Superintendenten gemeldet werden, und „so Ihrer Fürstlichen Gnaden angegeben werden, will Fürliche Gnaden Ernst für nehmen, dass andere darob einen Abscheu gewinnen“ (Thym. Seite 38 und 42). Das evangelische Pfarrsystem erstreckt sich im Jahre 1637 auf 14 Ortschaften (Thym. S. 133). Als nun im Jahre 1641 infolge der Gegenreformation die Kirchen landesherrlichen Patronates den Katholiken wieder zurückgegeben wurden, musste auch der dortige bisherige evangelische Pfarrer Jakob Grulicke nach Dzincelitz weichen (Thym.Seite 58). Die katholische Kirche war inzwischen von dem eingegangenen Bistume Kammin abgezweigt und der Diözese Leslau überwiesen, wurde anfangs zwar der Parochie Lauenburg zugeschrieben, aber oft und lange durch Olivaer Cisterzienser Mönche pastoriert (1738 Edmund Schlesinger). Sie war nach dem Visitations Bericht vom Jahre 1683 aber derartig verfallen, dass von denselben überhaupt nur Ruinen übrig geblieben waren und der Gottesdienst nicht mehr abgehalten werden konnte. Nur eine Predigt fand noch zuweilen unter dem Kirchtur me statt. Die Parochianen sollten zu einem Neubau beisteuern. Die heutige Kirche ist 1840 / 41 erbaut und im Oktober 1841 benediziert. Sie war bis 1864 Filiale von Lauenburg und wurde erst durch die Erektionsurkunde vom 28. November 1864 zur selbständigen Pfarrei eingerichtet. Eine Glocke aus alter Zeit mit deutlichen gothischen Minuskeln und von rechts nach links zu lesen, trägt die Inschrift: Huif Got weys (was) weyr (wir) beginne das ys eyn gut ende gewynne.

 Im Weltkriege 1914/18 gefallenen Soldaten aus Roslasin :

Katholisch

Funk Leo

Musinski Anton

Mroske Theodor

Natzke Carl

Schulz Johann

Skierka Leo

Ewangelisch:

Hildenbrandt Gustav (Boor)

Lisch Wilhelm

Lysius Karl

Mehring Hermann

Natzke Theodor

Boß Emil

Riß Gustav

Thefs Max

Zampich Walter

Ziemann Emanuel



 

aus Neu Roslasin

katholisch:

Czaja Franz

Czaja Johann

Czaja Josef  

Czerwionke Paul

Perschon Otto

Tokarski Adalbert

Tokarski Michael

Boß Franz


 

 

                                                                                                                      


 

 

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