GUTSHOF IN BOCHOW
GARTEN MIT GUTSHAUS
GESCHICHTE BIS 1911
Bochow, ein Gutsbezirk mit 174 Einwohnern und 588 Hektar, im Amtsbezirke Schimmerwitz. Ueber diesen Ort fehlen aus ältester Zeit die Dokumente und doch hätte es schon wegen seiner eigentümlichen, politischen Lage an der Stelle, wo der Lauenburger, Stolper und Karthäuser Kreis, also Pommern und Polen, zusammenstießen, genannt sein müssen. Bochow ist das südlichste Dorf im Kreise. An Stelle dessen werden in einer Grenzbeschreibung vom Jahre 1379 nur zwei Seen des Namens Bochow erwähnt, von denen der kleinere zu Wutzkow, der größere zu Schimmersdorf (Schimmerwitz) gehören sollte. Auch der benachbarte See und Bach Buckowina, sowie das Dorf Bochowken im Kreise Stolp hingen offenbar lautlich mit unserem Ortsnamen zusammen. Demnach hat es die Wahrscheinlichkeit für sich, dass wir es hier mit einer ehemals größeren Ortschaft sogen. Opole zu tun haben, aus welcher sich bei der dünn gesäten Bevölkerung nach und nach die stammverwandten Ortsnamen in abweichnder dialektischer Färbung gebildet haben. Speziell diese Ortschaft, über welche in ältester Zeit weder Gründungsprivilegien, noch Lehsbriefe vorliegen, scheint erst der deutschen Ordenszeit entstanden zu sein. Nicht einmal in dem Parochialverzeichnis des Jahres 1637 (Thym. Seite 131) geschieht dieses Dorfes Erwähnung. Urkundlich tritt es zum ersten Male im Jahre 1658 auf, dann freilich schon als ein seit längerer Zeit bestehendes Dorf,denn es ist zu Labuhn eingepfarrt ( Catalogus) und der Edelmann Samuel Robakowski leistet den Huldigungseid. Das Dorf, falls es nicht schon von vornherein sich aus mehreren Teilen zusammengesetzt hat, war während des 18. Jahrhunderts in mehrfacher Weise gespalten. Nach der Vasallentabelle vom Jahre 1762 (Klempin und Kratz, Seite 386, 389, 393, 394 und 398) waren nachstehende Adelsfamilien
Anteilbesitzer:
1. Jakob von Gruben,
2. Jakob von Mallek (auch Malecki),
3. Georg Ernst von Rustke,
4. Martin Ernst von Zelasinski,
5. Albrecht von Wittken.
Außer diesen treten aber mit gleicher Bestimmtheit zwei sehr alte pommerellische Familien auf:
6. von Diezelski 1736, Oberstleutnant Erbherr auf Bochow. Auch 1784 war noch ein Oberstleutnant Georg Friedrich von Diezelski Mitbesitzer.
7. Die Familie von Grelle, die in dem Jahre 1727 bis 1793 im Besitze von Bochow B gewesen sein soll ( vergleiche v. Flans, Heft 41 des Marienwerderer Geschichtsvereins, Separat Abdruck Seite 27), und sogar noch 1804 in der Versallentabelle als Besitzer von Bochow 8 genannt wird.
Endlich wird im Jahre 1782 ein Ludwig von Kuczkowski genannt, dessen Witwe 70 Jahre alt auf dem Gute noch lebte.
Nach Brüggemann 1784 hatte Bochow drei Vorwerke, sechs Büdner, neun Feuerstellen, wenige junge Eichen und Fichtenholzungen, einen See, welcher von den damaligen drei Besitzern dieses Gutes befischt wurde, nämlich von Georg Friedrich von Bichowski, den Gebrüdern Grelle und dem Oberstleutnant Franz von Diezelski. Es war teils zu Labuhn, teils zu Buckowin eingepfarrt. Im Jahre 1804 unterschied man ebenfalls drei Anteile, Anteil A und C war durch August Ludwig von Wedelstdt für 15 650 Taler erworben; Anteil B noch im Besitze der Gebrüder Grelle ( Boguslaw und Mathias ) und zwar bewertet auf 5 133 1/3 Taler. Bald vereinigte sich der Besitz in einer Hand, zunächst des Johann Gottlieb Foth; seit 1839 von Tesmar, seit 1848 dessen Witwe. 1859 kaufte es Rentier Kuhn für 45 000 Taler. Seit 1904 am 17. September ist Besitzer Direktor Severin Achern in Baden. Die Bewohnerzahl ist in den letzten Jahren etwa die gleiche geblieben.