GESCHICHTE BIS 1911
Lissow, ein Gutsbezirk von 540 Hektar mit 112 Einwohnern im Amtsbezirke Gnewin.
Es war in ältester Zeit ein polnisches Lehnzinsgut und gab alljährlich eine Mark (1437). Um das Jahr 1404 wird ein Dargumir Bartusch als Bürge genannt vor dem Lauenburger Landgerichte. Lissow ist das Stammgut der nach ihm benannten Adelsfamilie Lissow, auch Lysowski genannt, welche aber in den vorhandenen Matrikeln als Besitzer dieses ihres Familiengutes nicht mehr bezeichnet werden, sondern auf den Nachbargütern Kompzow, Lübtew und Zinzelitz ansässig waren. So ist am Anfange des 17. Jahrhunderts ein Lissow auf Zinzelitz und umgekehrt ein Dziezelsky auf Liss'ow Besitzer. Der Besitz des Gutes war aber in älterer Zeit geteilt, denn während 1628 der erwähnte Salomon Zinzelitz (oder Dziezelsky ) hier saß, kennen wir gleichzeitig Lehnbriefe für die Familie von Jatzkow aus den Jahren 1575 - 1601, deren Nachfolger die Prebendows waren; wenigstens sind letztere im Jahre 1605 auch Teilbesitzer. Unter ihnen wurde 1608 Lissow oder Lissen, wie es genannt wird, und Enzow zu einem Bezirke Lissow,Enzow vereinigt.1628 wird es zu den freien Gütern des Amtes Lauenburg gezählt mit 5 1/2 Hufen, zwei Kossäten und einem Schäfer. Im Jahre 1658 wird es unter den Besitzungen des huldigenden Adels nicht genannt, gehörte aber zu einem größeren Komplexe, vermutlich dem der Jatzkows. Nach anderen Berichten bildeten im 17. Jahrhundert Lissow-Enzow und Tadden nebst Platschow einen gemeinsamen Komplex. Später treffen wir hier die Familie von Weydenberg, vorher (1766) in Vitröse. Nach der Statistik des Jahres 1784 besaß Lissow ein Vorwerk, zwei Kossäten, dann auf der Feldmark des Dorfes ein Ackerwerk mit zwei Katen, Koschkow genannt, im ganzen sieben Feuerstellen, es gehörte dazu ein junger Wald, ein Karpfen und Karauschenteich und war Eigentum des Freiherrn Joh. Georg Bernhard von Weydenberg. 1804 war Lissow nebst der Hälfte von Tadden im Besitze des Hauptmannes Karl Adam Franz von Breitenbach, der die Güter für den Gesamtpreis von 38 000 Talern erworben hatte. Nachmals geriet er in Konkurs, Besitzer wurde Landschaftsrat Wilcke, dann seit 1853 Dr. Joh. Gottlieb Eduard Zielcke für 25 000 Taler. 1880 folgte die Boden-Kreditbank; 1883 Aloys Amort;
1889 am 28. September Robert Herrmann; 1891 am 17. August Robert Bötzell; 1893 am 23. Mai Heinrich Gumz. In den siebziger Jahren wurde der herrschaftliche Wohnsitz von Alt Lissow nach Neu Lissow verlegt. Es ist Bahnstation der Strecke Neustadt - Prüssau - Chottschow geworden. Im Dezember 1907 wurde es von einer großen Feuersbrunst heimgesucht.
Auf einem Waldhügel an der Lissow-Enzower Grenze hat sich ehemals eine Begräbnisstätte der Familie von Thadden befunden.