BAUERN UM 1939
Richard Bock
Adolf Gohr Weichbrodt Willy Willy Weichbrodt Erich Rudolf Krzbietke
Gust. Schwichtenberg
Margarethe Srack
Bernh. Völkner
Geschichte bis 1912 von Prof Dr Schultz :
Thadden, eine Landgemeinde mit 83 Einwohnern im Amtsbezirk Gnewin (polnisch Tadzino).
Dieser Ort hat zwar dem nach ihm rühmlichst bekannten Adelsgeschlechte derer von Tadden, auch Thadden und Thatt oder Dott genannt, den Namen verliehen,ist aber,in nachweisbarer Zeit nicht mehr in deren Besitz gewesen, hat überhaupt keine Selbständigkeit gehabt, sondern hat dem größeren Güter komplexe Chinow, Thadden, Enzow, Dernerkow und Mersin angehört, deren Besitzer sich nach dem Hauptgute als Herrn von Chinow bezeichneten (Lehnsprivileg vom Jahre 1575 — 1621), während die Thaddens selbst auf Nesnachow . zu Hause waren. 1658 wird der Ort als solcher nicht genannt, da ihn die Chinow vertreten, die ihren Namen vom Hauptgute führten. Die Chinows gehörten zu der Ritterschaft, während die Thaddens nur zu den Panen (Freien) gerechnet wurden. Auf die Chinows folgten im Besitze Ernst von Prebendow (1756), Besitzer von Chinow, Enzow, Thadden und Hammer, also im Wesentlichen noch dem vorhin genannten Chinowschen Komplexe. Bald erfolgte eine weitere Abbröckelung des ganzen Schlüssels und 1784 war Herr von Weydenberg nur noch Besitzer von Enzow, Lissow und Thadden. 1804 Karl Adam Franz von Breitenbach Herr derselben Güter im Werte von 38 000 Taler. Nachdem erfolgt eine Spaltung des Ortes. Halb Tadden wird nebst Enzow im Jahre 1837 von Louis Ferd. Bog. Edelbüttel erworben, die andere Hälfte kaufte im Jahre 1853 nebst Lissow Dr. Joh. Gottlieb Ed. Zielke für 25 000 Taler. Die Edelbüttelsche Hälfte ging 1880 auf die Landschaft über, dann Schlickriede und dessen Erben; hierauf Konkurs. Seit dem
21. April 1904 besitzt es der Fiskus. Als Nachfolger Zielkes werden bezeichnet Amort, dann Hermann Bötzel und Gumz, obgleich der zu Thadden gehörige Teil sich in eine Landgemeinde auflöste, wie überhaupt dieser Teil den bäuerlichen Charakter schon 1784 getragen hatte. 1834 war es ein Dorf noch unter Patrimonialgerichtsbarkeit. 1875 eine Landgemeinde, 1880 nur 47 Einwohner zählend. 1905 Gemeinde Vorsteher : Eigentümer Weichbrodt.
Die einst im hiesigen Kreise angesessene und verzweigte Familie derer von Thadden, die 1658 auf Nesnachow, Dzienzelitz, Bonswitz, Rybienke, auf Schwichow und Vietzig nebst Boschpol saßen, ist noch 1756 im Besitze von Bonswitz, Rybienke, Reddestow und Dzienzelitz. 1784 nur noch auf einem Teile von Dzinzelitz (M. von Puttkammer verw. von Thadden), ein Teil in Rybienke und Reddestow, 1804 nur noch auf Schluschow, und seitdem aus dem Kreise verschwunden. Die Familie hat der preußischen Armee treffliche Offiziere geliefert, unter welchen der hervorragendste General-Leutnant Johann Leopold von Thadden, gestorben 1817, aus Reddestow stammend (vergl. u.a. den historischen Roman der Danziger Zeitung vom Jahre 1909 Nr. 147). Eine genealogische Uebersicht des kassubischen Geschlechts von Thaden, namentlich des Nesnachower und des Rybienker Stammes ist im Jahre 1910 von 2 Mitgliedern der Familie hergestellt und als Manuskript gedruckt.
Profesor Dr Schultz „Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern 1912“