Die Fachwerkkirche in Bresin

DIE BRESINER MÜHLE UND SEINE BESITZER IN GENERATIONEN
DIE WASSERMÜHLE IN BRESIN
GASTHAUS BRESIN, INH. MAX SCHMIDT
GASTHAUS GREINKE 1928
BRESIN
KIRCHE
KIRCHE IN BRESIN KREIS LAUENBURG POMMERN 1928

BRESINER MÜHLE
BRESINER MÜHLE 1928
BAUERNHÖFE IM BRESIN KREIS LAUENBURG POMMERN:
1. JULIUS BEHNKE
2.WALTER CHRISTOFFER
3.MARIS DOMRÖSE
4.ERNST DRAHEIM
5.FRIEDA DUNST
6.BRUNO GADDE
7.HUGO HARTKE
8.WILLY HORN
9.ALBERT KIEWAT
10.KARL HORN
11.ERICH LIETZOW
12.ALBERT LÜTZOW
13.ALBERT MILZ
14.GUSTAV MILZ
15.THEODOR MILZ
16 .FRANZ PERGANDE
17.ARTHUR RADDATZ
18. HERMANN RIß
19.GUSTAV REINKE
20.LAURA TECHNOW
21.PAUL TRIPPLER
Lauenburger Schicksale
Wo die vertriebenen Bresiner eine Heimat fanden
Günther Fischbach
Vom 21. Januar 1945 ab waren die Bresiner eifrigste damit beschäftigt, die Treckwagen für den befohlenen Abtransport der Bewohner herzurichten. Aber schon nach einer Woche wurde der Treck abgeblasen, nicht, weil keine Gefahr mehr bestand, sondern weil Ostpommern durch den Feind in einem Vorstoß bis Köslin schon abgeriegelt war. Der Treck in den Kreis Regenwalde unterblieb, die Bresiner mussten in der Heimat ausharren, bis die asiatische Flut über sie hereinbrach, die Polen alle Bauernhöfe besetzten, Kirche und Schule in Besitz nahmen und bereits im Oktober mit der Vertreibung begannen, die aber erst im Herbst 1946 abgeschlossen wurde. Die Vertreibungszüge brachten die ausgeplünderten, zerlumpten und ausgehungerten Bresiner entweder in das von den Russen besetzte Gebiet (Zone) oder in den Westen Deutschlands. Von den in die Bundesrepublik Gekommenen fanden eine neue Heimat 42 Personen in Schleswig-Holstein, 16 in Niedersachsen, 16 in Nordrhein-Westfalen, 8 in Bayern, 6 in Berlin, 4 in Baden Württemberg, 1 in Rheinland-Pfalz, 1 in Hessen, ferner 1 in der Schweiz, 1 in Frankreich, 1 in Natal (Südafrika). Die in die Ostzone verbrachten Bresiner verteilen sich auf folgende Länder: 44 in Brandenburg, 21 in Mecklenburg, 14 in Sachsen-Anhalt, 6 in Thüringen, 5 in Sachsen, 2 in Pommern (Vorpom.). In der alten Heimat verblieben sind 7 Personen, vermisst werden 13 (Soldaten), 12 sind gefallen. Aus dem Ortsteil Damerow fehlen im obigen Nachweis noch eine Anzahl Bewohner.
Bresin im „Blauen Ländchen"
Das Schicksal des Gotteshauses dieses alten pommerschen Dorfes
Paul Fischbach
Eins der drei ältesten Dörfer des „blauen Ländchens" ist das Kirchdorf Bresin. Neben Belgard und Neuendorf wird es bereits 1284 in einer Urkunde genannt und gehörte zur Herrschaft Goddentow. Im Jahre 1311 übernahm der deutsche Ritterorden das Lauenburger Land und besetzte Bresin, bis dahin eine wendische Siedlung, mit 2 Freischulzen und 12 Bauern. Das DoppelOrdensdorf bekam Kirche und Schule. Als die Reformation im „blauen Ländchen" Eingang fand, wandten sich die Bresiner geschlossen der neuen Lehre zu und übernahmen auch das Gotteshaus mit Schule.
Im schwedisch-polnischen Kriege hatte die Bevölkerung von Bresin unter den fremden Truppen arg zu leiden. Vier Bauernhöfe wurden niedergebrannt und die Bauernfamilien vertrieben oder getötet. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ließ sich in diesem Kriege seine Ansprüche auf die Lande Lauenburg und Bütow zuerst 1656 durch die Schweden und 1657 durch die Polen bestätigen.
Im Jahre 1658 wurden die gewonnenen Lande übernommen. Auf die Gerechtigkeitsliebe des Kurfürsten vertrauend, forderte jetzt die katholische Pfarre in Lauenburg die Rückgabe der einst katholischen Ordenskirche und der dazu gehörigen Ländereien. Vergeblich kämpften die Bresiner um ihr altes Gotteshaus. Sie mussten ihre Gottesdienste im Freischulzenhause abhalten. Aber der Kurfürst übereignete den Bresinern einen „wüsten" Bauernhof von etwa 300 Morgen, der evangelisches Pfarrgrundstück wurde.
Um 1700 erbauten sich die evangelischen Bresiner eine eigene Kirche und überführten das Altarbild, drei fast lebensgroße Apostelstatuen und einen fliegenden Engel aus der alten Ordenskirche in das neue Gotteshaus. Die Ordenskirche wurde noch einige Jahre von den Katholiken benutzt, dann geschlossen, im Jahre 1856 abgebrochen und die dazu gehörenden Ländereien, Plebanie, verkauft. Im Jahre 1805 ersetzten die Bresiner das baufällig gewordene evangelische Gotteshaus, nur Gebetshaus genannt, durch einen mächtigen Fachwerkbau mit Holzturm und großer Orgel.
Nach 100 Jahren war auch dieses Gotteshaus baufällig geworden. Unter Pfarrer Rohde (später Oberpfarrer in Lauenburg) erhielt die Gemeinde Bresin im Jahre 1912 ein Gotteshaus im gotisch-romanischen Stil mit einem 36 m hohen Turm und drei Glocken. Es ist die größte Landkirche im Kreise Lauenburg. Das mit Holzschnitzereien gezierte Altarbild, eine Nachbildung von Leonardos Abendmahl, der fliegende Engel und die drei Apostelstatuen (Petrus, Johannes, Paulus) schmückten auch die neue Kirche, die von alten, mächtigen Linden überragt wird.
Am 10. März 1945 brachen die Schrecken des Krieges auch über das schöne Gotteshaus herein: Der Altar wurde zerschmettert; Maschinenpistolenschüsse hatten die Mosaikfenster mit Christuskopf im Altarraum durchlöchert, die schöne Orgel war ein Trümmerhaufen. Das Altarbild und die Apostelstatuen lagen im Straßenschmutz, nachdem Panzer darübergerollt waren. Der fliegende Engel im Altarraum konnte aber nicht heruntergeholt werden. Die alte Steinmauer an der Kirche, eine Zierde des Dorfes, wurde täglich von den Panzern auf ihre Festigkeit geprüft und behinderte bald den Straßenverkehr. In der Kirche stand ein Filmapparat. Aber die verängstigten Dorfbewohner mieden die Vorführungen. Noch einige Male versammelte sich die übrig gebliebene Bresiner Gemeinde in ihrem Gotteshaus, leider ohne Pfarrer, dann wurde es von den Polen übernommen. Aus Bresin wurde Brzezno.
»Wo sanfte Hügel reihen sich um ein grünes Tal,
am Turm die Dohlen schreien zum trauten Glockenschall, am Bache dort im Grunde mein Dörflein träumt dahin:
Auf weiter Erdenrunde bleibst du doch mein Bresin."
Am Silberband der Küssow
Bresin, eines der ältesten Bauerndörfer im Kreise Lauenburg
Günther Fiscbbach
Wer aus der Kreisstadt Lauenburg die Danziger Straße hinauf am Schwanenteich vorbei, dann links abbiegend noch zehn Kilometer in nordöstlicher Richtung weiterfuhr, der erreichte über Kamelow und Küssow eines der ältesten Bauerndörfer des Kreises Lauenburg. Das war Bresin, auf platt „Breisow" genannt. Es lag in abwechslungsreicher Hügel- und Moränen- landschaft. Zur Linken blitzte das silberne Band der Küssow herauf, das immer wieder einmal im dichten Grün des Talgrundes verschwand und dann wieder auftauchte, wenn sich die Erlen lichteten. Kurz vor Bresin machte man gern in der Bresiner Mühle Rast, wo die Müllersfrau Teichow zu einer Tasse Kaffee einlud, wo man die Mühle besichtigen konnte mit ihrem geheimnisvollen Rauschen des Wassers und dem gleichmäßigen Hämmern der Walzen- stühle und wo man draußen am Wehr Forellen angeln konnte. Durch das kristallklare Wasser sah man sie unten auf dem Bachgrund stehen.
Doch zurück zur Hauptstraße. Sie wurde von einem dichten Birkenwäldchen begleitet, und hier lag der Bresiner Sportplatz. Von vielen schönen Festen kann dieses Birkenwäldchen erzählen! In jedem Sommer kamen die Festzüge vom Dorf her hier anmarschiert, und dann wurden hier die Wettkämpfe ausgetragen, oder die Schützen schossen ihren König aus. In den dreißiger Jahren stand der Bresiner Sportverein ganz auf der Höhe, als er einmal im Handball Kreismeister wurde.
Der Sportverein setzte sich zusammen aus jungen Bauern, Arbeitern, Handwerkersühnen und Lehrersühnen. Sie alle zusammen bildeten eine feste Kameradschaft, die sich noch viele Jahre später bewährte. Zudem gab hier der Sport einen gesunden Ausgleich zu schwerer körperlicher Arbeit und zum Arbeitsalltag. Er war keine Massensensation, wie es Fußball und Boxen heute geworden sind. Bresin hatte eine große Kirche. Ihr breiter Turm schaute weit hinein ins Land. Lehrer Fischbach war hier jahrelang der Organist. Mehrere Dörfer gehörten zu unserer Kirchengemeinde.
In Bresin wohnten alteingesessene Bauerngeschlechter. Die Namen wie Milz, Lestin, Christopfer, Raddatz, Lietzow, Behnke, Dunst, Draheim und Domröse gehörten zum Dorf. Bei Hochzeiten kamen manchmal 60 bis 80 Gäste zusammen, die festlich bewirtet wurden, und dann sah man den Reichtum dieser Gemeinde. Der Alltag aber war vom frühen Morgen bis zum späten Abend mit schwerer Arbeit in Hof und Feld ausgefüllt. Denn der Boden war nur mittel bis leicht, es gab keinen fetten Weizenboden, und dieser Boden musste in unermüdlicher Arbeit in Kultur gehalten werden. Was ist aus diesem fleißigen Bauernvölkchen geworden! Sie sind heute in alle Winde zerstreut. Unsere Bauern haben in Schleswig-Holstein, in Niedersachsen und bei Lübeck eine neue Heimat gefunden. Dort haben sie Wirtschaften gepachtet, und die jüngeren haben hier und da eingeheiratet. Viele Bauern aber bemühen sich noch um ein neues Stück Land, ohne das ein bodenständiger Bauer nun einmal nicht leben kann.
Die Namen der Bauerngeschlechter vom Jahre 1559
Bresin:
Schulz Stanneke Nagorsim;
Bauern:
1) Andreas Schuppian,
2) Hans Ulrich,
3) Greger Quessel,
4) Simon Grubbe,
5) Jürgen Jeske,
6) Bernart,
7) Jürgen Schenkin,
8) Jürgen Henningk,
9) Matzke Saunitz,
10) Thomas Quossel,
11) Simon Klapa, Krüger,
12) Michel Goli,
13) Peter Smorcke, Müller.
Aus dem Buch "Ein Kleines stück Acker " .Vom Werner Totzke
Die Kirche. ein großer roter Backsteinbau mit hohen verzierten Fenstern und einer mit schweren Beschlägen versehenen Eingangstür aus Eichenholz, war durch den hohen Turm. der über die Dächer der anderen Häuser ragte, schon von weitem sichtbar. An der einen Seite befand sich eine von Sträuchern umgebene Rasenfläche, die den Pferdegespannen als Parkplatz diente. Für diesen Zweck waren in die Kirchwand Ringe eingemauert. Sicher gab es Pferde. die dort angebunden ohne Aufsicht gelassen wurden. Doch unsere wären wohl in der nächsten halben Stunde nicht mehr zu finden gewesen. In der Regel blieb deshalb jemand von den Kirchenbesuchern auf dem Platz. um die Tiere zu beaufsichtigen. Der Innenraum der Kirche. der im unteren Teil drei Sitzreihen und an einer Längsseite sowie gegenüber dem Altar eine Empore hatte, konnte eine Menge Kirchenbesucher aufnehmen. An normalen Sonntagen blieben deshalb ganze Sitzreihen leer. Zu den Festtagen reichte jedoch oft der Platz nicht. Das war sicher mit der Grund. warum viele Familien Kirchenplätze gemietet hatten. Eine Bank mit fünf Sitzplätzen. die mit Namensschildern gekennzeichnet waren, gehörte uns. Sie befand sich an der Stirnseite der Empore neben der Orgel. sie war für uns Kinder einer der schönsten Plätze in der ganzen Kirche. Von hier konnte man den ganzen Raum übersehen. Am interessantesten war es jedoch. den Mann zu beobachten, der an der Außenwand der Orgel hing. Er umfasste mit seinen Händen einen Haltegriff. stand etwa einen Meter vom Fußboden mit jedem Bein auf einem Brett. unter dem sich wohl ein Blasebalg befand. Wenn nun beim Singen die Orgel in Aktion trat, setzte auch er sich in Bewegung. Abwechselnd ein Bein rauf, das andere runter, ähnlich wie beim Radfahren, hauchte er dem Instrument Luft ein, damit dasselbe, bedient durch den Orgenspieler. die gewünschten Töne von sich gab. Durch diese Abwechslung fiel uns das lange Stillsitzen beim Gottesdienst nicht ganz so schwer.
Im Welkriege 1914 -1918 gefallenen Soldaten :
1.Christoffer Eduard
2.Damröse Friedrich
3.Damröse Paul
4.Fritz Georg
5. Granzin Theodor
6.Lindenberg Otto
7.Meier August
8.Meyer Friedrich
9.Pieper Ernst
10.Raddatz Helmut
11.Schultz Albert
12.Schultz Richard
13.Spruth Albert
14.Wolske Leopold