Zdrewen, ein Gutsbezirk von 521 Hektar mit 201 Einwohnern im Amtsbezirk Roschütz.
Der Ort wird in ältester Zeit Drzefno, Sdrzefno, Sdrzeffnau auch Eßdrewen oder Ißdrewen geschrieben. Er wird zum ersten Male in den Kopenhagener Wachstafeln ca. 1398 genannt (23. Juli) wissentlich sy das Weyger von der Gans und sin Efrauen Anna gekauft haben recht und redlichen die Hälfte des Gutes Drzefno an (ohne) allerley Ansprach von Kunast um 70 Mark. Dasselbe Gelt hat eyns Teils Weyger bezahlet by lebendem Leibe, und nach sienem Tode so hat das Oberige sine Efrau Anna beczalet Kunasten recht und redlichen zu voller Genüge, als Kunast vor uns bekannt hat das di vollkommlich sy betczalet nach siner Genüge ac." Unter den Aufzeichnungen des Bischofsdezems ist Sdrefno mit 7 Haken bemerkt. 1402 - 1437 Sdreffnow kassubisches Panengut mit Naturallieferung, es zahlte von 3 Hoken. Lange Zeit war es geteilt zwischen den Familien Goddentow und Weiher. Lehnbriefe für die Familie Goddentow liegen vor aus der Zeit vom Jahre 1491 bis 1621, für die Familie Weiher heißt es in deren Familien-Aufzeichnungen, daß Ißdrewen 1514, Eßdrewen 1526, Esdrewen 1571, d. h. also während der Jahre 1514 - 1605 ein Erbgut der Weihers gewesen sei. Dieser Weihersche Besitzanteil schwindet mit dem im Jahre 1678 verstorbenen Georg Weiher. Weil es in der Huldigung 1658 nicht genannt wird, ist es vermutlich in den Goddentowschen Besitz mit eingeschlossen, wenn es heißt: Goddentow, Koppenow ec. Die Güter Koppenow und Zdrewen aber gehörten immer zusammen. Noch 1756 ist Hauptmann a. D. Ernst von Goddentow Besitzer auf Koppenow und Zdrewen. Ein Teil A von Zdrewen war noch 1784 im Besitze dieser selben Familie (Justizdirektor zu Neidenburg Joh. Ernst Fr. von Goddentow) und gehörte 1804 derselbe Anteil, der auf 2666 2/3 Taler taxiert war, den Goddentowschen Erben. Seit 1836 Theodor Neitzke, Besitzer von Koppenow und Zdrewen A. Als weiterer Besitzer werden genannt der Kr. Steuereinnehmer
Schmalz. - Die Gemeinde Zdrewen, in welcher zuletzt nur ein Ha1bbauer im ganzen 14 Einwohnern sich befanden, wird durch Königliche Kabinetts ordre vom 8. Februar 1898 aufgelöst und mit dem Gutsbezirke vereinigt. Der andere Anteil war im Besitze der Familie von !Rexin, 1784 Charlotte Ludowike von Rexin geb. von Rexin, 1804 Ignaz Rochus von Lischniewski, der Koppenow und Zdrewen 8 für 16 000 Taler angenommen hatte. Seit 1805 ist die Familie Zimdars Besitzer in Zdrewen B., anfangs als Pächter der Goddentowschen Erben, seit 1809 als Besitzer und zwar Heinrich Zimdars, dann Jos. Wilh. Zimdars, (1845) Karl Ferdinand und seit 5. März 1892 Karl Zimdars. Die Einwohnerzahl stieg vom Jahre 1880 von 149 auf 224 im Jahre 1905 und sank auf 201 im Jahre 1910.- Karl Ferdinand Zimdars hat die noch vorhandenen sechs Bauernhöfe aufgekauft und dem Gute zuschreiben lassen.
CARL UND MARGARETHE ZIMDARS
Eine der beduetender Familien in Zdrewen - Zimdarsen :
JAHN UND ENGLER
Leineweber Ferdinand Engler und Ehefrau Berta Dramburg
Nach Angaben seiner Tochter Ida Jagodcinsky geborene Engler:Soweit ich weiß, stammt mein Vater aus der Gegend von Bielefeld und dürfte 1830-35 geboren sein. Er war Leineweber und ist in Westpreußen (Cossabude/Großfriedrichsbruch) eingewandert. Er hatte eine Landwirtschaft mit Kneipe. Hier war er - oder soll es gewesen sein - sein bester Kunde , so dass er bald pleite war. Später soll er in einem Dorf bei Bütow gelebt haben. Ca. 1890 soll er dann im Januar über den Bütower See gegangen , in ein Eisloch gefallen und ertrunken sein. Man fand ihn erst nach der Schneeschmelze Ende März des Jahres.Er hatte 9 Kinder - und war mit Berta Dramburg verheiratet.Berta Dramburgs Vater war ein erbgesessener Müller aus einem Adelsgeschlecht im Osten, sie mußten fliehen, kamen durch Dramburg und nannten sich fortan Dramburg.
Berta Laura Franziska Dramburg
geboren 15.10.1838 in Gollubien/Karthaus
getauft 6.11. 1838 in Schönberg - evangelisch
gestorben: 25.12.1915 - 4.15 h in Belgard beim Sohn Bäckermeister Ernst Engler
Kinder:
1 - Otto ? Engler - Architekt in Düsseldorf
2 Sohn: Brennereimeister
3. Sohn: Kaufmann - Likörfabrikant in Danzig, die Häuser einer ganzen Strasse gehörten ihm, vermachte es seiner Nichte Ella Jahn geboreneEngler, die das Erbe aber ausschlug
4 Sohn Julius Engler - Gymnasiallehrer in Lemgo, nach dem Tode der ersten Frau, heiratete er deren Schwester, alle drei wurden in einem Grab beerdigt, sie hatten keine Kinder
5- Ida Engler heiratete Jagodcinsky
geboren: 31.10.1863 gestorben: 25/26. 12. 1961 in Berlin
Der Ehemann - ein Pole - blieb in Polen mit dem Sohn Franek, die Tochter ging mit der Mutter nach Berlin
Tochter Lucie Jagodcinsky
geboren 1890
gestorben vor 1960
war verheiratet mit Kurt Roehl
Kinder: Ulrich Roehl * 1920
Sohn Franek Jagodcinsky blieb beim Vater in Polen
6 - Kind ist dann Karl Engler - wird gesondert beschrieben
7 - Franz Engler * 1864 + vor 1942 in Berlin, Ehefrau kam aus dem Badischen Vorname: Anna, sie starb 1942 sein Neffe Franz Engler (Sohn von Karl Engler) wohnte während seines Studiums bei ihm , er heiratete die Tochter seines Onkels Anneliese Engler später
8- Ernst Engler - Bäckermeister mit Berta Alker
9- Paul Engler war der Jügnste Sohn
geboren in Kossabude, gestorben in Berlin, er hatte acht Kinder, eine Tochter war mit einem Juden verheiratet.
HERMANN JAHN
KARL ENGLER
Die Windemühle von Zimdarsen
Anbei ein Foto meiner Mutter Herta Jahn aus dem Jahre 1937, sie hat zu diesem Zeitpunkt 1 Lehrjahr bei ihrem Vater Ewald Jahn als Müllergesellin hinter sich, ein weiteres Jahr später hatte sie ihren Gesellenbrief. Ihre Leidenschaft war das Reimen und Akkordeonspielen. Nach der Melodie: Wo die Nordseewellen... enstand nachstehendes Lied im Alter von 15 Jahren:
Wo die Windmühlflügel drehen sich im Wind,
wo hinaufgeschaut ich schon als kleines Kind; w
o die Räder drehen, sich im Sturm gebraust,
da ist meine Heimat, da bin ich zu Haus.
Wo das erste Grün von der Erde sprießt
und das Leben man so froh genießt;
wo die Blumen blühen gar so wunderschön,
da möcht' ich immer bleiben,
da möcht' ich immer steh'n.
Die Windemühle von Zimdarsen
Um 1905 kaufte der Kolonialwarenhändler - Bäcker - Müllermeister und Landwirt Karl Engler die Mühle mit Scheune auf dem Mühlenberg. Damals war es eine kleine weiße Holländermühle. 1914 - im I. Weltkrieg - wurde der Bock in die falsche Richtung gedreht, fing Feuer und die Mühle brannte bis auf die Grundmauern ab. (es kann aber auch sein, dass sie im 1. Welt-Krieg absichtlich in Brand gesetzt wurde) Erst 1918 nach Kriegsende baute Karl Engler die Mühle nunmehr weitaus größer als massiven Holländer mit Hilfe russischer Gefangenen wieder auf, die Reste sehen wir heute. 1919 dann heiratete Tochter Ella Engler meinen Großvater den Müller und Imkermeister Ewald Jahn. Ella Jahn pachtete zunächst Mühle und Grundstück mit Scheune, später kaufte sie den Besitz von ihrem Vater . Die Scheune wurde zum Wohnhaus ausgebaut Sie hatten vier Kinder. Heute leben von den vier Kindern nur noch zwei, dafür 11 Enkel, 21 Urenkel und eine Ururenkelin.
GRAB VON EWALD JAHN AUF DEM ZIMDARSENER FRIEDHOF
(EINSENDER REINHILD KRONHOF)
Die Gefallenen des 1. Weltkrieges
auf dem Gedenkstein in-Zimdarsen sind-die folgenden Namen aufgezeichnet
Heinrich Boldt
Benno Neumann
Reinhold Schönbeck
Rudolf Haase
Otto Bischoff
Carl Zischke
Ernst Zischke
Wafter Rückwardt
Max Sawusch
Otto Damaschke
Franz Rateike
CarI Bischoff
Franz Beehle
Die Gefallenen des II. Weltkrieges
EmiL Lietz, in Russland
Erich Lietz, in Russland
Kurt Lietz, in Russland
Otto Lietz, in Russland
Willi Lietz in-Russland
Alfred Zießow, 21. Juni 1944 in Frankreich
Helmut Zießow, 1& März 1943 in Russland
Walter Zießow
Einwohner des Dorfes ZdrewenlZi mdarsen
die nach der russischen- Besetzung: am 10. März 1945 starben
Walter Haase, vom Russen verschleppt, vermisst
Martha Zischke geb. Kranzusch; -starb an Typhus
Hermann Zießow, vom Russen verschleppt, vermisst
HERMANN WENNING GRABSTEIN AUF DEM FRIEDHOF IN ZIMDARSEN
Gustshaus in Zdrewen 1907
GUTSHAUS
Gustshaus in Zdrewen gartenseite
Teich im gutspark und schmiede R. Hasse 1907
SCHLOSS ZIMDARSEN
HERRN WEGELI KUTSCHER AUF DEM GUT ZIMDARSEN
Arbeiter vom Gut
Die Schnittler von Zimdarsen
Backerei und Kolonialwarenladen Engler
Familie Haase im hintergrund die Schmiede
FAMILIE KRANZUSCH ZIMDARSEN
MARTHA ZISCHKE GEB. KRANZOSCH
KARL ZISCHKE ZIMDARSEN
Molkerei
Molkereiverwalter in Zdrewen war Herr Dahl gleichzeitig zum 2. Standesbeamten -Stellvetreter für den Standesamtbezirk Roschütz ernnat .Krs.13. 1927
Schlahthof in Zimdarsen ehermals Molkerei
Jagdscheinbesitzer 1927 Krs5
Dabrunz Karl Gutsförster