GARZIGAR
DORFSTRASSE
GASTHOF SCHOTH ,KIRCHE ,UND BAHNHOF
TANKSTELLE STANDARD
SCHÜLLERAUSFLUG
EIN HAUS IN GARZIGAR
GERSTERMÄHEN
GARZIGAR BESCHREIBUNG A.D. 1911.
Garzigar eine landgemeinde mit 507 Einwohnern im Amtsbezirke Labehn.An die usprünglichslawische bennehnunggarcigorz erinnern noch die ältesten Bezeichnungen Garczegar ( 1348),Garczingor (1402 )und Garczegor (1437), 1628 schon Gartzegar. Das Dorf hat schon bei seiner ersten Belehnung im Jahre 1348 den Charakter bäuerlicher Niederlassungen. Der Danziger Komthur Hinrich von Rechir erteilte ihm kulmisch Recht; die ersten Lokatoren (Schulzen) waren Arnold und Wicken, welche neben dem üblichen Drittel des Gerichtspfennigs die 10.Hufe des Dorfes zinsfrei erhielten. Weil es auf 60 Hufen bemessen war, erhielten sie also deren sechs. Auch Wiesen haben von Anbeginn zu dem Dorfe gehört, welche den Bewohnern gegen einen Jahreszins überlassen wurden. Garzigar ist überhaupt eine der ersten Gründungen des deutschen Ordens in hiesiger Gegend, was auf eine starke Besiedlung schließen läßt. Zu dem Bischofsdezem 1402 war es nur mit 50 Hufen herangezogen, 1437 hat es deren auch nur 50 und unter diesen steckten noch die sechs Freihufen. Es war in seiner Bebauung zurück= gegangen, erst nach drei Jahren sollte wieder der ganze übliche Zins entrich= tet werden, 1628 hatte es wieder 55 Hufen. - Im Jahre 1658 setzte es sich folgendermaßen zusammen: vier Hufen genoß der katholische Pfarrer und eine Hufe war die so genannte Küsterhufe. Dem evangelischen Geistlichen wurden vier Hufen nebst einem wüsten Bauernhofe eingeräumt. Acht Hufen lagen seit dem letzten Schwedenkriege ca.1627 wüste, sechs Hufen waren Schulzen, oder Freihufen und 37 Bauernhufen, in Summa 60 Hufen. Die Namen der hier ansässigen Bauern waren : Wick (Freischulze, also anscheinend noch der Familie des zweiten Lokator angehörig), Katke 1 und II,Borin 1 und II, Gravetzki, Schmidt, Vette, Krus und Kenses. Ein Gärtner führte ebenfalls den Namen Wick. - 136 Jahre später war Garzigar ein königliches Amtsdorf, trug also immer noch einen fiskalischen Charakter. Die Besitzungen teilten sich wie folgt: ein Freischulze, elf Bauern, von denen zwei Freileute, aus einem der alten Lokatoren Plätze durch Teilung entstanden, ein Kossäte, zwei Büdner, eine so genannte Plebanei, d. h. die alte zur katholischen Zeit gegründete Ackerwirtschaft, daneben aber der bereits früher genannte lutherische Prediger, im ganzen 19 Feuerstellen.Gegenwärtig zwei Hof- besitzer (Wolter und Dahlmann), ein Plebaneipächter (Prange), sieben Halbbauern (Bliß, Behrendt, Heidenreich, Riß, Nowack, Kreutzer und Voß), drei Büdner (Wick, Srock und Schulz), Ortsvorsteher Dahlmann. - Die Zahl der Bewohner ist in jüngerer Zeit um 80 Personen gewachsen.
Interessant sind die Kirchenverhältnisse. Dieser reich angebaute Ort besaß schon in sehr früher Zeit, offenbar lange vor dem Eintreffen des deutschen Ordens, eine Pfarrkirche und das so genannte Ordensprivileg enthielt nur die Bestätigung des schon bestehenden Pfarrsystems, der Pfarre und des Wedems (Pfarrho ) "die davor gewest ist". Sie war der heiligen Maria Magdalena gewidmet. Zum Bischofsdezem trug sie bei von 50 Hufen, dennoch galt die Pfarrei als solche nur für schwach bemittelt und stand mit denen von Jannowitz und Charbrow auf gleicher Stufe, während Lauenburg und Neuendorf das vierfache, Belgard gar das fünffache an den Bischof abzutragen hatten (Bischofsgelder der Ortspfarrer nicht zu verwechseln mit dem Bischofsdezem der Gemeinden). Die Reformation drang hier gleichzeitig mit allen übrigen Ortschaften ein. Der erste hier bekannte evangelische Pfarrer war der im Jahre 1562 zu Stolp ordinierte und durch Joachim Zitzewitz berufene Daniel Klock (vergl. Thym. Seite 63 ff). Unter Bischof Lubienski begann die Gegenreformation; um das Jahr 1641 wurde die Kirche den Katholiken wieder zurückgestellt und galt als Tochterkirche von Lauenburg, wobei die Ansprüche seitens des Bischofes auch während der Zugehörigkeit zum evangelischen Glauben nicht aufgegeben waren.*) Sie geriet aber bei der geringen Frequenz in Verfall, wurde im Jahre 1770 auf Kosten des katholischen Pfarrers von Lniski wieder neu aufgebaut, geriet ebenfalls in Verfall und stürzte 1840 zusammen, nachdem die katholische Gemeinde schon drei Jahre vorher staatlicher und kirchlicherseits für erloschen erklärt war. Die Protestanten mussten sich 100 Jahre mit einen Gottesdienste im Schulhause begnügen ca. 1640 - 1737, es war eine dotierte evangelische Pfarrei ohne Gotteshaus und noch 1704 wurde hier der Pastor Büthner, 1735 der Pastor Rhensius ordiniert (Thym. Seite 135 und 136). Endlich unter letzterem erfolgte der erste Bau einer evangelischen Kirche (11.Juli 1840), an dessen Zustandekommen Amtsrat Hakenbeck und der Herr von Natzmer besonders tätig waren. Leider war dieses Gebäude aber wenig widerstandsfähig; endlich im Jahre 1817 wurde durch königliche Gnadengelder ein neues lutherisches Gotteshaus errichtet.
Garzigar lag ehemals von der Lauenburg-Lebaer Landstraße abseits, und wurde erst durch Errichtung der Chaussee Garzigar - UhlingeN in das Netz hineingezogen. Der Bahnhof Garzigar, zugleich Ausgangspunkt der nach Chottschow führenden Kleinbahn, liegt 2 Kiloneter westlich vom Orte.
BAUERNHÖFE GARZIGAR 1939
AUGUST BEHRENDT
ERNST BLIß
ERNST HEIDENREICH
BERTA HELDT
HERBERT HERZOG
EMMA KREUTZER
MAX KREUZTER
HERMANN PIRR
BRUNO PRANGE
JULIUS RIß
KARL VOß
JOHANN WOJEWSKI
AUS DER POMMERN ZEITUNG
Die Handfeste für unser Kirchdorf Garzigar ist am 12. Dezember 1348 ausgestellt. Es wurden damals zwei Schulzen für das mit 60 Hufen ausgewiesene Dorf angesetzt. Die Namen waren Arnold und Vicke. Jeder von ihnen bekam jede zehnte Hufe frei zum Schulzenamt. Garzigar war von Anfang an ein Kirchdorf. Der Pfarrer bekam vier Hufen frei. Außerdem waren dann noch 12 Bauernhöfe entstanden, auf die sich die restlichen Hufen verteilten.
Von 1309 bis 1466 gehörte unser Gebiet, das ehemalige Pommerellen, zum Ordensstaat. Der Pommernherzog Erich 11. erhielt damals Lauenburg und Bütow gegen Zahlung von 8000 Gulden zugesprochen. Pommerellen fiel damals durch den Zweiten Thorner Frieden an Polen. Als im Jahre 1637 das pommersche Herzogsgeschlecht ausstarb, mussten auch Lauenburg und Bütow an Polen abgetreten werden. Diese Episode dauerte 20 Jahre, bis 1657, als der große Kurfürst Lauenburg und Bütow wieder zurückerhielt.
In diesem Zwischenspiel unter polnischer Herrschaft mussten alle Kirchen und Kirchen- Güter, die bei der Reformation evangelisch geworden waren, wieder an die katholische Kirche zurückgegeben werden. Da es aber keine Katholiken gab, standen die Kirchen leer und waren dem Verfall preisgegeben. Die evangelischen Christen mussten ihre Gottesdienste in den Bauernhäusern abhalten. In den Gutsdörfern mit Kirchen blieben die Kirchen aber evangelisch. Die Gutsbesitzer, die ja gleichzeitig Patrone ihrer Kirchen waren, gaben ihre Kirche nicht an die katholische Kirche raus. So konnten die Bauern aus Garzigar und Vilkow nach Groß Jannewitz zur Kirche gehen. Das war aber ein weiter Weg und auf die Dauer nicht geeignet Unter den Großen Kurfürsten bekam dann die evangelische Kirche in Garzigar einen Wüst, d. h. einen inzwischen herrenlos gewordenen Hof, und es wurde eine Kirche gebaut. Die alte, inzwischen wieder katholisch gewordene Kirche ist dann zerfallen, da es ja keine Gemeinde gab. Nach dieser ersten evangelischen Kirche ist dann in der Folgezeit noch eine zweite und dann im Jahre 1893 die letzte evangelische Kirche in Garzigar gebaut worden. Der letzte Pastor Hermann Elgeti war von 1928 bis 1945 unser Seelsorger. Sein Vorgänger in Amt war Pastor Benkendorff und davor Superintendent Bogdan. Pastor Elgeti und Benkendorff waren ebenfalls Superintendenten im Kreis Lauenburg.
In Garzigar ist die Zahl der größeren Höfe zwar gleich geblieben, sie hatten aber, mit zwei Ausnahmen, nicht die Größe ihres Ursprungs. Aus einem der Schulzenhöfe entwickelte sich ein Gut, das spätere Johannistal (früher auch Hochfie genant) In diesem Gut waren ein Teil der Bauernländereien und wohl auch die so genannte Allmende, d. h. der Gemarkungsteil, der allen gemeinsam zur Viehhütung zur Verfügung stand, aufgenommen worden. Der Letzte Besitzer des Gutes Johannistal war Edurd Fragel, davor die Familie Rabbas. Außerdem waren noch einige Bündnerhöfe entstanden, etwa 12 bis 15 in Im Gegensatz zu meinem Heimatdorf Villkow (Nachbardorf von Garzigar) sind in Garzigar noch fast alle Höfe und Gebäude erhalten, zwar nicht im besten Zustand, aber sie sind noch da, so dass einem beim Besuch doch noch irgendwie heimelig wird. Zum Kirchspiel Garzigar gehörten folgende Dörfer: Neuendorf mit eigener Kirche, Kamelow, Villkow, zwei Drittel Reckow und das Gut Obliwitz mit zusammen 3275 Einwohnern.
Willi Behnke, (aus der Pommern Zeitung )
Die Namen der Bauerngeschlechter vom Jahre 1559
Garzigar: Schulz Hans Plinckow;
Bauern:
1) Andreas Zissow,
2) Paul Stoche,
3) Hans Krüger,
4) Greger Zissow,
5) Peter Wendt,
6) Jürgen Knack,
7) Lorenz Krawantzke,
8) Michel Pollach.
Im Ersten weltkrieg gefallene soldaten :
Paul Behrendt,
Paul Fick,
Friedrich Fragel,
Albert Haase,
Hermann Hauschulz,
Paul Kirschnick,
Heinrich Klein
Johannes Kreutzer,
Karl Kreutzer,
Paul Kreutzer,
Karl Marose,
Max Ren,
Wilhelm Rowack,
Karl Ott,
Paul Paradies,
Friedrich Petonke,
Rudolf Petsch,
Otto Roeder,
Ernst Schulz,
Fritz Srock,
Paul Stiewe,
Erich Wenning,
Karl Wiedenhöst.
Lauenburger Kreisblatt (5 1927) Jagdscheinerbesitzer :
-Friedrich Heldt Besitzer
-Zils Karl Landwirt