BUCKOWIN
GRENZÜBERGANG
GASTHAUS FRANZ PETT
GUTSHAUS
REICHSARBEITSDIENDT FÜR DIE WEIBLICHE JUGEND IN BUCKOWIN KREIS LAUENBURG POMMERN
DIE FACHWERKKIRCHE IN BUCKOWIN .
EHEMALIGE DEUTSCH -POLNISCHE GRENZE
ALTE DORFSCHULE
DIE SCHULE IN BUCKOWIN KREIS LAUENBURG POMMERN
BUCKOWIN KREIS LAUENBURG POMMERN SCHULENTLASSUNG 1943
BAURERNHÖFE IM BUCKOWIN KREIS LAUENBURG POMMERN:
GESCHWISTER PREY
HEERESFACHSCHULE FÜR LANDWIRTSCHAFT:
GERTRUD WÖLZ
DEUTSCHE REICHSWEHR :
WILHELM DREYER
AUGUST HOPP
BUCKOWIN:
EDUARD KLATT
JOHANNA LANGOSCH
AUGUST MISCH
FRANZ PETT
FRIEDRICH PETT
ELISABETH RAHN
GESCHICHTE BIS 1911
Buckowin, ein Gutsbezirk von 1181 Hektar mit 186 Einwohnern und eine Landgemeinde mit 92 Einwohnern im Amtsbezirke Schimmerwitz. Über die Zugehörigkeit dieses Gutes zu einem größeren landschaftlichen Verbande in ältester Zeit, worauf die gleichen und ähnlich klingenden Namen des Flusses, der Seen, endlich auch der Ortschaften Bochow hindeuten ,ist schon oben gesprochen. Bei der Entlegenheit dieses Ortes und der Zugehörigkeit zur Diözese Kammin in Pommern fehlen die Nachrichten aus ältester Zeit gänzlich. Die einstige Zugehörigkeit zum Norbertinerinnen Kloster in Zuckau und die Gründung des Pfarrsystems durch dasselbe ist nicht nachweisbar ( cfr. Lauenburger illustrierter Kreis Kalender vom Jahre 1907 Seite 90), wenigstens fehlt die Überweisungs- ebenso wie die Enteignungsurkunde; der Karthäuser Prior Schwengel schweigt hierüber. Jedenfalls müsste der Ort schon in sehr früher Zeit vom Kloster aufgegeben sein. Obgleich nun im Jahre 1509 ein Anton Zitzewitz auf Buggesin genannt wird, eben derselbe auch 1571 als Kirchenpatron (Thym Seite 131), so waren die ältesten Teilbesitzer des Gutes doch die abgestammten Familien der Grelles und der Pirchs. Die Grelles waren nachweisbar Besitzer seit dem Jahre 1599 und saßen darauf bis in das 18. Jahrhundert hinein ( vergl. von Flans, Marienwerdener Geschichtsverein Heft 41 Seite 22). Wenn in der pommerschen Hufenmatrikel vom Jahre 1628 die Grelles ohne Besitz angegeben und unmittelbar nach ihnen Heinrich Stojenthin auf Buckefin aufgeführt wird, so bezieht sich diese letztere Angabe augenscheinlich ebenfalls auf die Familie von Grelle, die übrigens auch bei der Huldigung im Jahre 1658 den Ort allein vertreten hat. Daneben anscheinend Teilbesitzer die Pirchs, welche ebenfalls Lehnsprivilegien aus den Jahren 1575 - 1621 aufzuweisen haben. Später waren vorübergehen de Besitzer die Herren von Rexin, während auf einem anderen Teile noch die Pirchschen Erbeni saßen .Inzwischen hatten die Weihers und zwar der schwedische Oberstwachtmeister Ernst von Weiher einen Teil von Buckowin erworben. Er war ein Sohn des von Timmenhagen aus eingewanderten Franz Georg von Weiher und mit Karl dem Zwölften in Bender gewesen. Nach seinem Leichenstein in der Buckowiner Kirche ist es daselbst kinderlos gestorben ( 8.Juli 1743). Seine Erben waren sein jüngster und noch einzig lebender Bruder Oberst Moritz Dietrich von Weiher auf Mallschütz und der Sohn seines ältesten, bereits verstorbenen Bruders, des Majors Heinrich Christoph Weiher zu Wussow, nämlich Georg Weiher, der spätere Oberhauptmann. Diesem letzterem trat Moritz Dietrich Weiher sein Miteigentumsrecht durch Kontrakt d. d. Mallschütz 11. Juli 1744 für 7000 flor. ab. Georg Weiher erwarb sodann auch den anderen Anteil von Buckowin durch Kontrakt vom 2. August 1746 von den von Pirchschen Erben, Georg Sigismund und Anton Johann Pirch, so dass er Vollbesitzer von Buckowin wurde. Diese beiden Pirchs zogen damals mit ihrer Mutter, einer geborenen von Grelle, nach Wundichow. Georg Weiher, nunmehriger Oberhauptmann, verkaufte so dann wieder das geeinigte Buckowin für 32 000 flor. am 20. Oktober 1757 an seinen Vetter und Schwiegersohn, den polnisch-kursächsischen Kammerjunker Nikolaus Christoph von Weiher auf Smazin, einen Sohn des oben genannten Obersten Moritz Dietrich von Weiher. Nikolaus Christoph verstarb den
9. Juni 1768. Buckowin ging auf seinen Sohn Franz Adolph von Weiher, Cornet im Dragoner Regiment Pozadowski über. Dessen Mutter heiratete zwar noch einmal einen Herrn von Wobeser, trat aber ihr Lebtagsrecht auf Buckowin diesem ihrem Sohne ab. Da sie noch Anteile in Zewitz dazu kaufte, wurde eben dieser Sohn im Jahre 1793 Erbe eines großen Komplexes. Er verkaufte ihn 1796 teilweise an einen Herrn von Lewinski (Buckowin und Anteil Zewitz), später einen anderen an von Zitzewitz, während er selbst sich nach Smazin begab, da er Landesdirektor des Kreises Neustadt geworden war. Im Jahre 1804 treffen wir als Besitzer (laut Konsens vom 28.April 1800) den Kaufmann Ernst Ludwig Beckmann. Die Güter Buckowin und Schimmerwitz A gerieten aber in Konkurs und der neue Besitzer Johann von Zelewski hielt sie bis 1840. Ihm folgte Timreck, 1845 Tramitz, 1848 Lukas, nach anderer Angabe erst 1851; 1877 am 29. Juni Leopold von der Osten; 1903 am 26. September Georg Schultz; 1906 im November kaufte es für den Preis von 510 000 Mark der Leutnant Siebenbürger. Seit 1908 im Oktober Oekonomierat Siebenbürger Der Ort war ehemals ein Besitz einer selbständigen Pfarrei, angeblich einer Gründung der Norbertinerinnen in Zuckau. Mit Beginn der Reformation wurde sie evangelisch und im Jahre 1571 wird ein Herr von Zitzewitz als Patron genannt. Sie galt für die Mutterkirche von Labuhn. Auch hier war eigenes Pfarrland ( vergl. Thym. Seite 131 - 132).*) Im Jahre 1784 gedenkt Brüggemann auch dieser Kirche, wenn er schreibt: "Buckowin, 1 1/2 Meilen von Lauenburg, südostwärts auf der Straße von Stolp nach Danzig ( vergl. den geographischen Teil), hat ein Vorwerk,eine Wassermühle mit zwei Gängen nebst einer Aalschleuse, einen Prediger, einen Küster,zwei Bauern, vier Kossäten, einen Krug, eine Schmiede,16 Feuerstellen, eine zu der Charbrowschen Inspektion gehörige Mutterkirche, zu welcher ein Teil von Schimmerwitz, ein Teil von Bochow und ein Teil des in Westpreußen gelegenen Dorfes Niepoclowicz, dessen Einwohner die Messalien teils nach Buckowin, teils nach Strepcz in Westpreußen entrichten, eingepfarrt sind; etwas Fichtenholz, einen See, und zwei Teiche und grenzet an das westpreußische Domänengut Mirchow. Der jetzige Besitzer dieses Dorfes ist der Fähnrich bei dem Dragoner Regimente Posadowski Franz Adolph von Weiher." Die Parochie Buckowin entbehrte längere Zeit wegen Armut ihrer Parochianen der Selbständigkeit ( vergl. Thym. Seite 132). In dem Jahre 1571 wurde hier ein polnischer Pfarrer evangelischer Konfession eingeführt, 1590 befand sich hier ein Paul Junkenhagen. Die Ortspfarrer des 18.Jahrhunderts hießen : Stege, Gulich, Konopaczki, Jeschenius (gest.1758), Hechsel,Buttermann, Seelke, Hertzberg. - Im 19. Jahrhundert Fleischer ‚ Agricola (vorher Rektor in Lauenburg, geht schon 1816 wieder fort), Wegner ( geht 1821 nach Bohlschau in Westpreußen), hierauf zeitweilige Vereinigung mit Labuhn, dann Winkelmann. Nach dessen Emeritierung folgt abermals eine längere Vereinigung mit Labuhn unter Schwartze und Hertzberg. Dann Triller (1859 bis 1864), Sellentin (1865 - 1902), Riemer ( 1902 - 1907). Seit dem
1. Januar 1908 Theodor Winkler. Das Kirchspiel reicht nach Westpreußen hinüber, daher die Zahl der evangelischen Bevölkerung hierselbst in der Abnahme begriffen ist ( 1863 noch 2000 Seelen, 1906 nur 1438). Durch Errichtung einer evangelischen Kirche in Sierakowitz im Jahre 1887 verringerte sich die Seelenzahl der Gemeinde abermals erheblich; der Hauptbestandteil derselben fällt auf Schimmerwitz. In der Kirche befinden sich zahlreiche Weihersche Epitaphen und Schindereien, eine Wetterfahne mit einem W auf dem Turm, vermutlich von einem durch einen von Weiher vollzogenen Neubau herrührend.
*) Die evangelische Kirche muss aber schon früher bestanden haben, da 2 Altarleuchter die Jahreszahl 1689 tragen. Eine Taufschüssel mit gotischen, bisher nicht entzifferten Buchstaben und einer auf die katholische Zeit zurückführende Darstellung gehören gar dem l6.Jahrhundert an. Eine zweite Taufschüssel ist vom Jahre 1692 ( Kunst und Baudenkmäler 5. 204 f.)