BEBBROW
SCHULHAUS BEBBROW 1927 LEHRERFAMILIE RAHN HINTER DEN FÜNF IM ERDGESCHOSS BEFAND SICH DAS KLASSENZIMMER; IN DIE FENSTER IM OBERGESCHOß LEUCHTETE DER LEÜCHTURM STILO HINEIN.EINSENDER WILFRIED BÜTH VIELEN HERZLICHEN DANK
Bebbrow 1912
Gutsbezirk von 351 Hektar mit 65 Einwohnern, im Amtsbezirke Sassin gelegen. Der Ort wird urkundlich zum ersten Male bei der Darstellung des Bischofsdezems (B.D.) genannt, mit dem Vermerke : " Bebraw syn 5 Hoken". In ältester Zeit gehörte Bebbrow nebst sieben anderen Ortschaften zum Komplexe des Geschlechtes Jatzkow, das im Lauenburgischen heimisch war.
Schon 1523 werden unter den Kriegspflichtigen im Lauenburgischen vier Edelleute des Namens Jatzkow aufgeführt, von denen Jürgen Jatzkow to Bebberow, andere zu Kerstow und Szwartow. Der älteste und erhaltene Lehnbrief für die Familie Jatzkow ist datiert vom 3. Juli 1527 und erstreckt sich über die Güter: Jatzkow, Bebbrow, Sassin, groten Schwartow, Borkow, Bergent= zin, Kerskow und Prebendow. Weitere erfolgten im Jahre 1575 und 1601. Bei der Huldigung im Jahre 1658 war " Webberow" durch Jochim Heinrich von Jatzkow vertreten; 1720 ist Franz Heinrich von Jatzkow in Bebrowo. Noch im Jahre 1756 sind 2 Kapitäns von Jatzkow auf Jatzkow und Bebberow. - 1758 am 13. August fällt Hauptmann Christian Franz von Jatzkow. 1762 wird Fräulein Huldenreich von Hoymen in Bebbrow mit Johann Ernst von Jatzkow und 1763 wird der Land und Regierungsrat Alex Dietrich von Puttkammer mit der Frau Ernestine von Jatzkow kopuliert.
Über die Auflösung des ganzen Jatzkower Schlüssels gehen die Nachrichten auseinander, sie scheint allmählich erfolgt zu sein. Nach dem Somnitzer Familien Archive soll es sich von ca. 1740 bis ca.1800 im Besitze der Familie von Somnitz befunden haben, nach anderen Angaben erst um das Jahr 1763, nach noch anderen erst im Jahre 1782 in deren Besitz gelangt sein. Im Jahre 1782 wird ein Fräulein von Wussow, Tochter des Georg Lorenz von Wussow, die Gemahlin des Erbkämmerers von Somnitz auf Beberow, kopuliert. Im Jahre 1799 wird ein Fräulein von Somnitz aus Beberow kopuliert mit dem Regierungsrat von Borries. Noch im Jahre 1804 war der Erbkämmerer Franz von Somnitz Erbherr auf Bebberow, Jatzkow und Uhlingen, wobei Bebberow auf 7 666 2/3 Taler bewertet wird; nach dem Tode des Franz Christoph von Somnitz treffen wir als Besitzer Karl Ludwig Bogislaw Grafen von Schwerin; seit 1838 Georg Fr. Krause; am 19.Juli 1838 durch Erbfall Otto Krause; seit 1892 am 16. Februar Frau Oberst von Dewitz, am 15. Juli e.a. Philipp von Dewitz, 1893 am 21. April Freifrau von Werthern Wiehe. Seit dem 1. Oktober 1907 ist Franz Fließbach auf Jatzkow Besitzer von Bebbrow, so daß gegenwärtig wiederum die Güter Jatzkow und Bebbrow in einer Hand vereinigt sind.
Der Name des Ortes ist einigen Schwankungen unterworfen gewesen. - Polnisch
soll er Bobrowo geheißen haben (nach Kêtrzyski, Ortsnamen). Die Schreibweise wechselt zwischen Bebraw, Bebberow, Bebbrow und Wobberow.
Nach der Beschreibung Brüggemanns im Jahre 1784 lag es an einem See und an der Ostsee, hatte ein Vorwerk, fünf Kossäten, zehn Feuerstellen, etwas Fichtenholz, Fischerei in dem Dorfsee, war zu Ossecken eingepfarrt und gehörte dem Erbkämmerer Franz Christoph von Somnitz. - Im Jahre 1865 gründeten der damalige Besitzer von Bebbrow, Otto Krause, und der Besitzer von Jatzkow, Wilhelm Fließbach, eine Genossenschaft zur Trockenlegung des ca. 200 Morgen großen Bebbrow Sees und der anliegenden tiefen Wiesenflächen. Die Trockenlegung erfolgte alsbald und die Genossenschaft besteht noch heute. - Die Bevölkerung bewegte sich in den letzten 30 Jahren um die Zahl 100.
Im Weltkriege 1914-18 gefallenen Soldaten
Dezelske Ernst
Mionske Emil
Schultz August
Strissel Albert