DIE GECHICHTE DES DORFES BIS 1912
Wierschutzin, eine Landgemeinde von 859 Einwohnern und ein Gutsbezirk von 456 Hektarmit 130 Einwohnern.
Der Ort Wircocino, Wircussino, neupolnisch Wierzchucino ist etwa seit dem Jahre 1257 Zarnowitzer Klostergut gewesen, mit Sicherheit aber seit dem Jahre 1279. Es war eine Schenkung des Herzogs Swantopolk. Als solches hat es alle Schicksale des Klosters geteilt, bis es im Jahre 1773 gleich allen anderen klösterlichen Besitzungen unter staatliche Verwaltung genommen und endlich 1833 säkularisiert wurde. Nachrichten über Besitzveränderungen und anderweitige Ereignisse sind in den Zarnowitzer Klosterurkunden nicht aufbewahrt. Das ehemalige Klostervorwerk wurde in eine Domäne umgewandelt und ist es bis zu dieser Stunde geblieben. Der Charakter dieses Dorfes ist wenig verändert. Etliche dort angesiedelte Bauern erhielten im 18. Jahrhunderte Erbverschreibungen.Noch 1784 waren darin 31 Feuerstellen .Es bestand. aus einem königlichen Vorwerke, einer Wassermühle, 12 Bauern, vier Kossäten, einem Kruge. Das Bauernland betrug 12 Hufen. Obwohl klösterlicher Besitz wird Wierschutzin (auch Virschenzin genannt) unter den freien Panengütern mit 19 Hufen, einem Kossäten und einem Müller aufgeführt und noch 1804 wird es den Rittergütern angefügt, obgleich damals offiziell noch Klostergut, im Werte von 5333 1/3 Talern (vermutlich durch Bewertung des Vorwerkes allein ohne die Bauern. Heute werden acht Bauern resp. Halbbauern genannt (Ceynowa als Gemeindevorsteyer, Budnik 1 und II, Krutz, Lieske, Okon, Styn und Warschkau. — Die Bevölkerung war im Jahre 1784 ganz katholisch. 1875 waren 92 Einwohner evangelisch, 1905 218 im Dorfe und 39 auf dem Gute. Ihren religiösen Bedürfnissen Rechnung zu tragen wurde hier als Filiale von Ossecken eine eigene evangelische Kirche errichtet und am 2. September 1904 eingeweiht. Der Meliorationsverband des Wittenberg-Wierschutziner Bruches, dessen Statuten am 9. Oktober 1876 ihre Genehmigung erhalten haben, hat sich die Trockenlegung des Moores in einem Umfange von850 Hektar zur Aufgabe gestellt. Die Gesamtkosten waren auf 45 000 Mark veranschlagt und wurden durch Darlehne gedeckt.
DORFANSICHT